25 Fragen an Dominik Brück

Dominik Brück - hh-mittendrin.de

Dominik Brück – hh-mittendrin.de

[01] Mit wem haben wir es zu tun?
Dominik Brück, freier Journalist bei hh-mittendrin.de und der taz.Hamburg.
[02] Ihr Jahrgang?
1985.
[03] Was war Ihr ursprünglicher Berufswunsch?
Nach dem Abitur habe ich mich zunächst bei der Bundeswehr verpflichtet und wollte Berufssoldat werden. Nach neun Jahren Dienstzeit habe ich jedoch den Kriegsdienst verweigert und begonnen journalistisch zu arbeiten.
[04] Was war Ihre durchschnittliche Deutschnote?
2.
[05] Seit wann sind Sie Journalist?
Seit Mitte März 2012.
[06] In welchem Bereich arbeiten Sie (Print/Hörfunk/Fernsehen/Online)?
Ich arbeite sowohl als Online-Journalist, als auch im Print-Bereich.
[07] Was ist Ihr typischer Arbeitsgegenstand?
Typischerweise schreibe ich über lokale Politik, Politik allgemein und Stadtentwicklung. Von Zeit zur Zeit schreibe ich jedoch auch über Kultur und andere aktuelle Ereignisse, speziell in Hamburg.
[08] Sind Sie frei oder angestellt?
Ich arbeite als freier Journalist.

Papier und Digitales – beides hat Vorteile

[09] Haben Sie ein Volontariat absolviert oder eine Journalistenschule besucht?
Nein. Ich überlege jedoch derzeit, mir noch eine Volontariatsstelle zu suchen oder mich an einer Journalistenschule zu bewerben.
[10] Was war Ihre erste Journalistentätigkeit?
Ich habe von der sechsten bis zur dreizehnten Klasse für die Schülerzeitung geschrieben. Zum ersten Mal in einer „richtigen“ Redaktion habe ich im Rahmen eines Praktikums bei den Harburger Anzeigen und Nachrichten gearbeitet.
[11] Was war Ihre letzte Story? (zum Zeitpunkt des Fragebogen-Einreichens)
Zuletzt habe ich in der taz.Hamburg über die Pläne des Bezirksamtsleiters von Hamburg-Mitte berichtet, die kulturellen Einrichtungen in Wilhelmsburg zu stärken und auszubauen.
[12] Gibt es eine Story, die Sie gerne gemacht hätten?
Da gibt es sicher noch viele in meinem Kopf 🙂 Wenn ich mir jedoch frei aussuchen könnte, worüber ich gerne berichten würde, so wäre das eine Berichterstattung aus den Krisengebieten dieser Welt. Sehr beeindruck haben mich zum Beispiel die Reportage „Heimlich in Homs“ und die Berichte der embedded journalists aus dem Irak.
[13] Haben Sie ein journalistisches Vorbild?
Das kann ich nicht an einer bestimmten Person festmachen. Ich betrachte jedoch alle KollegInnen als Vorbild, die nicht aufhören die Welt kritisch zu hinterfragen und hinschauen wo andere wegsehen.
[14] Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Das ist nicht leicht zu beantworten. Ich halte privat sehr gerne bedrucktes Papier in der Hand, schätze jedoch für meine eigene Berichterstattung die Möglichkeiten, die Online-Medien in Bezug auf Geschwindigkeit und Vielfalt der Erzählformen bieten.
[15] Hatten Sie einen peinlichen Moment im Berufsleben?
Ich habe einmal mit einer Kollegin zusammen einen Artikel geschrieben. Als wir am nächsten Tag unseren eigenen Text in der Zeitung gelesen haben ist uns aufgefallen, dass wir aus den Kosten von 23 Millionen Euro versehentlich 23 Tausend Euro gemacht hatten. Aber so etwas ist wahrscheinlich jedem schon einmal passiert.
[16] Haben Sie Papiermedien zu Hause?
Viele, viele Bücher. Ich muss zugeben, dass ich aktuelle Zeitungen meistens als E-Paper beziehe.
[17] Was ist mit Datenjournalismus?
Gehört im Online-Geschäft dazu. Würde mich aber nicht als Experten auf dem Gebiet bezeichnen.
[18] Muss es immer crossmedial sein?
Nein. Eine gute Geschichte, die spannend erzählt wird, ist noch heute das A und O im Journalismus. Allerdings bieten crossmediale Formate die Möglichkeit eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und auf unterschiedliche Arten zu erzählen. Diesen Ansatz finde ich sehr spannend und hoffe Zukunft noch mehr damit experimentieren zu können.

Jeder Journalist hat einen Bildungsauftrag

[19] Woher kommt zukünftig das Geld im Journalismus?
Das Geld wird mehr und mehr direkt von den LeserInnen kommen. Der Journalismus muss wieder näher an seine LeserInnen rücken, besonders im Lokalen. Durch den direkten Draht zu den LerserInnen sind diese mehr bereit für gut recherchierte und erzählte Geschichten zu bezahlen. Ganz groß werden dabei aus meiner Sicht Micropayment Modelle sein. Das Abo wird auf lange Sicht verschwinden und auch Werbung wird nicht länger Hauptquelle der Finanzierung sein. Letzteres ist gut für die Unabhängigkeit des Journalismus.
[20] Journalisten, die über Journalisten schreiben, sind…
unverzichtbar. Nur wer weiß, was links und rechts von einem passiert, kann seine eigene Arbeit überprüfen und selbst besser werden.
[21] Was ist die größte Herausforderung für den Journalismus?
Trotz des wachsenden Drucks nicht an Qualität zu verlieren und immer alles kritisch zu hinterfragen. Jeder Journalist hat einen Bildungsauftrag und soll den LeserInnen nicht nur präsentieren, was diese lesen wollen. Darüber hinaus darf wachsende Vielfalt in den Medien nicht zu mehr Konkurrenzdenken führen, sondern als Chance Begriffen werden. Schon heute gibt es viele Themen, die von der Berichterstattung kaum erfasst werden. Es ist die Herausforderung des Journalismus in hoher Qualität über eine breitere Vielfalt von Themen kritisch zu berichten.
[22] Wie sieht der Journalismus 2030 aus?
Vollständig digital und in hohem Maße vernetzt. Die Bindung zwischen LeserInnen und RedakteuerInnen wird viel höher sein und Nachrichten werden jederzeit an jedem Ort sofort verfügbar sein. Umso mehr wird es die Aufgabe des Journalisten sein in der wachsenden Informationsflut Sachverhalte einzuordnen und zu hinterfragen.
[23] Journalisten können/sollen/müssen…
Journalisten müssen auf den technischen Wandel reagieren und bereit sein dazu zu lernen.
Journalisten sollen kritische Fragen stellen und unbequem sein.
Journalisten müssen einen Zugang zur Lebensrealität der LerserInnen herstellen. Das Leben im Elfenbeinturm ist der Tod von Qualitätsjournalismus.
Journalisten können einen Beitrag dazu leisten, dass die Welt nicht so bleibt, wie sie ist.
[24] Journalisten ohne Blog…
haben viele andere Dinge zu tun 🙂 Es muss nicht jeder Journalist einen eigenen Blog betreiben. Jedoch sollten professionelle Journalisten Blogger ernst nehmen und als Partner betrachten.
[25] Würden Sie sich heute nochmal für diesen Beruf entscheiden?
Ich bin wahrscheinlich noch nicht lange genug Journalist, um auf meine Berufslaufbahn zurückzublicken. Ich habe im Journalismus jedoch einen Beruf gefunden, der so spannend und abwechslungsreich ist, wie kein zweiter. Von daher ein großes JA!
Ach, noch etwas:
Tschornalisten ist ein spannendes Projekt und ein Beispiel dafür, wie Online-Medien den klassischen Journalismus verändern.

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