25 Fragen an Mark Heywinkel

Mark Heywinkel

Mark Heywinkel

[01] Mit wem haben wir es zu tun?
Mark Heywinkel.
[02] Ihr Jahrgang?
1987.
[03] Was war Ihr ursprünglicher Berufswunsch?
In ganz jungen Jahren wollte ich Comiczeichner werden, und obwohl ich recht gut einzelne Bildchen zustande bringe, liegt eine ganze Seite voll mit Panels weit außerhalb des mir Möglichen.
[04] Was war Ihre durchschnittliche Deutschnote?
Einmal konnte ich meinen Eltern ein Zeugnis mit der Deutschnote glatt 1 präsentieren. In der Regel lag ich allerdings bei 2 bis 3.
[05] Seit wann sind Sie Journalist?
Ich habe bereits während meines Studiums als freier Journalist gearbeitet. Ab 2010 habe ich dann in meinem Volontariat zum ersten Mal in Vollzeit als Journalist gearbeitet.
[06] In welchem Bereich arbeiten Sie (Print/Hörfunk/Fernsehen/Online)?
Ich liebe Papier, aber ich schreibe vor allem und voller Begeisterung fürs Netz.
[07] Was ist Ihr typischer Arbeitsgegenstand?
Laptop, Smartphone, Tablet, in ebendieser Reihenfolge.
[08] Sind Sie frei oder angestellt?
Nachdem ich zwei Jahre lang als freier Journalist unterwegs war, werde ich ab Mitte August wieder mit strukturiertem Tagesablauf als angestellter Redakteur in einer Zeitschriftenredaktion sitzen.

Wirklich hübsche Hefte hebe ich auf

[09] Haben Sie ein Volontariat absolviert oder eine Journalistenschule besucht?
2009 saß ich in der Finalrunde des Axel-Springer-Akademie-Auswahlverfahrens – die Herren im Anzug wollten mich aber nicht haben. Also bin ich fürs Volo von 2010 bis 2012 nach Hamburg gegangen. War auch auf jeden Fall besser so.
[10] Was war Ihre erste Journalistentätigkeit?
Freie Aufträge für Tageszeitungen und Online-Medien.
[11] Was war Ihre letzte Story? (zum Zeitpunkt des Fragebogen-Einreichens)
Zuletzt speeddatete ich für einen Mediendienst mit den Moderatoren eines jungen Fernsehsenders, bin an einem aalglatten Musiker abgerutscht und habe zwei Berliner Entrepreneuren auf den Zahn gefühlt.
[12] Gibt es eine Story, die Sie gerne gemacht hätten?
Ich lese jede Woche mindestens ein Stück, bei dem ich denke: Mensch, die Recherchen dazu müssen eine unheimlich gewinnbringende Erfahrung gewesen sein, das hätte ich auch gerne erlebt.
[13] Haben Sie ein journalistisches Vorbild?
Ich habe im Journalismus wie im Leben noch kein Vorbild gefunden, an das ich mich ohne Wenn und Aber klammern könnte und wollte. Aber großartige Kollegen färben sicher immer wieder und hoffentlich ein wenig auf mich ab.
[14] Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Mit meinem Lieblingsmedium verhält es sich wie mit meinem Vorbild: das eine gibt es nicht.
[15] Hatten Sie einen peinlichen Moment im Berufsleben?
Einen? Viele sogar, natürlich.
[16] Haben Sie Papiermedien zu Hause?
Während des Studiums hatte ich den Spiegel im Abo und einen entsprechenden Stapel gelesener Hefte im Regal, der zusehends einstaubte, ohne je wieder angerührt zu werden. In solche Messie-Verhaltensweisen versuche ich heute nach Möglichkeit nicht mehr zu verfallen. Aber wirklich hübsch gemachte Hefte hebe ich auf, ja. The Germans zum Beispiel, Päng!, Wired und Dinge, die ich an ausländischen Flughafenkiosks erspähe.
[17] Was ist mit Datenjournalismus?
Datenjournalismus sorgt für ein noch besseres Verständnis unserer Welt, ist zugleich aber auch ein Buzzword, das man nicht pauschal als Lösung für alles in den Raum werfen sollte.
[18] Muss es immer crossmedial sein?
Ein Zeit Magazin titelte kürzlich mit einer sehr starken Geschichte über pädophile Männer, die sich aus eigenem Antrieb in Therapie begeben haben. Wie hätten Fotos, wie hätte ein Video, wie hätten Audio-Schnipsel diesen Text noch stärker machen können? Ich schätze Crossmedialität sehr, ich verlange aber nicht zwingend nach ihr.

Journalismus 2030? Anders als heute!

[19] Woher kommt zukünftig das Geld im Journalismus?
Ich glaube, wir werden noch viele Modelle erleben. Wir werden erleben, wie einzelne Mäzene oder unabhängige Stiftungen Geld in Qualitätsjournalismus investieren. Aber ich hoffe, dass das Geld in Zukunft noch immer von den Lesern kommt.
[20] Journalisten, die über Journalisten schreiben, sind…
besserwisserisch, eitel? Nein: notwendig. Noch wichtiger sind nur meinungsstarke Leser, die uns Journalisten mit konstruktiver Kritik unter die Arme greifen.
[21] Was ist die größte Herausforderung für den Journalismus?
Die größte Herausforderung besteht für Journalisten und den Journalismus darin, sich zeitnah den rasanten technischen Veränderungen anzupassen, um auf allen möglichen Kanälen informativ und unterhaltsam zu berichten.
[22] Wie sieht der Journalismus 2030 aus?
Anders als heute.
[23] Journalisten können/sollen/müssen…
Spaß an und Leidenschaft für ihren Job haben und ansonsten wenig darauf geben, was sie nach Meinung anderer können, sollen oder müssen sollen.
[24] Journalisten ohne Blog…
haben wohl einfach keinen Bock auf Blog.
[25] Würden Sie sich heute nochmal für diesen Beruf entscheiden?
Jederzeit.

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