25 Fragen an Christiane Link

 

[01] Mit wem haben wir es zu tun?
Christiane Link.
[02] Ihr Jahrgang?
1976.
[03] Was war Ihr ursprünglicher Berufswunsch?
Ich wollte schon immer Journalistin werden.
[04] Was war Ihre durchschnittliche Deutschnote?
1 – 2, aber im Abi schlechter, weil ich in der mündlichen Prüfung das Gedicht falsch interpretiert habe, was aber meiner Karriere nicht nachhaltig geschadet hat.
[05] Seit wann sind Sie Journalist?
Mein erstes Praktikum habe ich bei den Kindernachrichten „logo“ gemacht. Da war ich 15. Das erste Geld für meine Arbeit habe ich ein paar Jahre später bekommen, mit 20 oder so.
[06] In welchem Bereich arbeiten Sie (Print/Hörfunk/Fernsehen/Online)?
Ich schreibe viel für die Nachrichtenagentur epd, aber auch für Print und Online. Gerade habe ich nach langem mal wieder was für das Fernsehen gemacht und Hörfunk mache ich auch ab und an.
[07] Was ist Ihr typischer Arbeitsgegenstand?
Mein iPhone und mein Laptop.
[08] Sind Sie frei oder angestellt?
Ich bin Angestellte meiner eigenen Firma, also frei. 🙂

Ich hätte gerne mal Steve Jobs interviewt.

[09] Haben Sie ein Volontariat absolviert oder eine Journalistenschule besucht?
Ich habe bei dpa volontiert.
[10] Was war Ihre erste Journalistentätigkeit?
Studentische Hilfskraft in der Online-Redaktion der dpa.
[11] Was war Ihre letzte Story? (zum Zeitpunkt des Fragebogen-Einreichens)
Ich habe darüber geschrieben, wie Großbritannien gegen weibliche Genitalverstümmelung kämpft. Mehr als 60.000 Frauen in UK sind davon betroffen, 20.000 Kinder gefährdet.
[12] Gibt es eine Story, die Sie gerne gemacht hätten?
Ich hätte gerne mal Steve Jobs interviewt.
[13] Haben Sie ein journalistisches Vorbild?
Als Jugendliche war für mich Udo Reiter, der ehemalige Intendant des MDR, eine Art Vorbild. Da ich Rollstuhlfahrerin bin, waren viele Leute der Auffassung, ich könne nicht Journalistin werden. Ich dachte mir, wenn er Intendant werden kann, sollte ich es doch schaffen, einfache Journalistin zu werden. Hat dann ja auch geklappt. 🙂
[14] Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Twitter.
[15] Hatten Sie einen peinlichen Moment im Berufsleben?
Als ich bei BBC World Service gearbeitet habe, rief der Direktor an, um sich zu erkundigen, wann ein hochrangiger Studiogast erwartet wird. Er wollte ihn begrüßen. Ich hatte kurz zuvor mit einer Taxifirma in Wales telefoniert, die vergessen hatte, einen anderen Studiogast abzuholen und dachte, es sei der Direktor der Taxifirma, der sich bei mir entschuldigen will. Ich fuhr ihn also ziemlich an und es fielen so Sätze wie „Sie ruinieren unsere Sendung, wenn Sie nicht pünktlich sind.“ Wir redeten gefühlt zehn Minuten völlig aneinander vorbei, ohne es zu merken – ich total unfreundlich, er sehr nett und er versicherte mir immer wieder, er werde pünktlich sein. Meine Kollegen haben Tränen gelacht als es aufflog…
[16] Haben Sie Papiermedien zu Hause?
Ja, ich lese gerne den „Evening Standard“, der in London kostenlos in der U-Bahn verteilt wird und ich habe ein Abo der „WIRED“.
[17] Was ist mit Datenjournalismus?
Ich stelle ab und zu „Freedom of Information Act“-Anfragen, ehrlich gesagt aber oft eher aus privatem Interesse als aus journalistischem.
[18] Muss es immer crossmedial sein?
Nein, sicher nicht immer, aber bei vielen Themen macht es sicher Sinn. Ich finde die Projekte, die der „Guardian“ online macht, oft ganz großartig.

Ich würde gerne viel mehr Artikel flattrn

[19] Woher kommt zukünftig das Geld im Journalismus?
Von Abonnenten, Anzeigenkunden wie bisher, aber auch von vielen anderen Mini- und Mikroquellen. Ich würde gerne viel mehr Artikel flattrn können und es ist mir ein Rätsel, dass manche Verlage mein Geld nicht möchten und es so schwierig ist, für einzelne Artikel zu bezahlen. Zudem wird Crowdfunding sicher künftig zunehmen.
[20] Journalisten, die über Journalisten schreiben, sind…
auch Journalisten.
[21] Was ist die größte Herausforderung für den Journalismus?
In Zukunft noch relevant zu bleiben, nicht an Qualität einzubüßen.
[22] Wie sieht der Journalismus 2030 aus?
Alle schreiben und senden, Journalisten prüfen und ordnen ein.
[23] Journalisten können/sollen/müssen…
Spaß an ihrem Beruf haben und immer neugierig bleiben.
[24] Journalisten ohne Blog…
sind wie Flugbegleiter, die nicht gerne in Urlaub fahren. Ich kann verstehen, dass man in der Freizeit auch mal etwas anderes machen will als das, was man beruflich tut. Andererseits wenn man Journalismus als Berufung versteht, sollte einem das Bloggen als Journalist eigentlich automatisch Spaß machen.
[25] Würden Sie sich heute nochmal für diesen Beruf entscheiden?
Auf alle Fälle.
Ach, noch etwas:
Mehr Vielfalt im Journalismus wäre gut.

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