25 Fragen an Andreas Grieß

[01] Mit wem haben wir es zu tun?
Andreas Grieß.
[02] Ihr Jahrgang?
1987.
[03] Was war Ihr ursprünglicher Berufswunsch?
Etwas im Bereich Luft- und Raumfahrtechnik.
[04] Was war Ihre durchschnittliche Deutschnote?
10-9 Punkte (2- / 3+).
[05] Seit wann sind Sie Journalist?
Seit Studienbeginn 2008 nebenberuflich, seit Studienende 2012 hauptberuflich.
[06] In welchem Bereich arbeiten Sie (Print/Hörfunk/Fernsehen/Online)?
Vorwiegend Online, aber auch Print.
[07] Was ist Ihr typischer Arbeitsgegenstand?
Laptop und Handy. Aber ich möchte auch mein Whiteboard für aufwändigere Geschichten nicht mehr missen.
[08] Sind Sie frei oder angestellt?
Derzeit frei.

Es gibt wenige Medien, die ich immer konsumiere

[09] Haben Sie ein Volontariat absolviert oder eine Journalistenschule besucht?
Ich habe an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus studiert – ein Praxisstudium mit Kursen zum Beispiel in Fotografie, Filmen, Schnitt, Fotobearbeitung, viel Schreiben und Projekten – und einer halbjährigen Praxis-Phase in Redaktionen (bei mir Spiegel Online und taz.de)
[10] Was war Ihre erste Journalistentätigkeit?
Wenn man so will war das corporate publishing – ich habe nämlich die Pressearbeit in meinem Leichtathletik-Verein gemacht. Mache ich auch heute noch zum Teil, auch wenn es mittlerweile ein anderer Verein ist.
[11] Was war Ihre letzte Story? (zum Zeitpunkt des Fragebogen-Einreichens)
Gerade sitze ich an einem Stück über die Zukunft der Programmzeitschriften.
[12] Gibt es eine Story, die Sie gerne gemacht hätten?
Es gibt viele. Und wenn ich Zeit, die finanziellen Mittel und mitunter die Manpower habe, werde ich sie hoffentlich auch noch umsetzen.
[13] Haben Sie ein journalistisches Vorbild?
Nein.
[14] Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Sowas habe ich in der Form auch nicht. Es gibt wenige Medien, die ich immer konsumiere. Viele oft und regelmäßig, aber nicht zwingend immer. Lieblingsmedium ist somit durchaus davon abhängig, worüber ich mich informieren will und auch in welcher Laune ich mich befinde. Aber es gibt einige Sendungen und Redaktionen, die ich sehr schätze, wenngleich auch die mich hin und wieder enttäuschen.
[15] Hatten Sie einen peinlichen Moment im Berufsleben?
Mit fällt gerade keiner ein. Vielleicht habe ich ihn aber nur gut verdrängt.
[16] Haben Sie Papiermedien zu Hause?
Einige Fachmagazine, ja.
[17] Was ist mit Datenjournalismus?
Sollte viel mehr und besser betrieben werden. Ich kann nur wenig programmieren, aber mit Excel beziehungsweise Google Drive bin ich sehr fit, weshalb ich gerne auch selbst mit einigen Daten spiele. Wichtig ist aber, dass ein datenjournalistisches Projekt wirklich Mehrwert bringt. Bei manchen Redaktionen denke ich mir, die tun das nur, um es zu machen und setzen das Know-How dann, wenn es interessant wäre doch wieder nicht ein.
[18] Muss es immer crossmedial sein?
Wenn es Sinn macht ja. Aber nicht als Selbstzweck.

Verlag darf gerne mit Tiernahrung Geld verdienen, um damit Journalismus zu finanzieren

[19] Woher kommt zukünftig das Geld im Journalismus?
Ich hoffe von der Gesellschaft und von Unternehmen. Was meine ich mit Gesellschaft? Damit meine ich, dass ich die Rundfunkbeiträge für prinzipiell sinnvoll erachte. Da würde ich mir wünschen, dass es weniger Feindseligkeit gegen gäbe. Gleichwohl sind die Anstalten auch in der Bringschuld. Ich würde es befürworten, wenn mit den Mitteln online mehr gemacht würde und auch dürfte. Letzteres könnten die Verlage langsam mal zulassen, wenn sie sich doch zunehmend selbst vom Journalismus verabschieden.
Ach ja: Und was meine ich mit Unternehmen? Damit meine ich, dass ein Verlag von mir aus gerne mit Tiernahrung Geld verdienen darf, um damit Journalismus zu finanzieren. Und RTL darf gerne Trash produzieren, wenn dadurch Geld für seriöse Magazine und Nachrichten vorhanden ist. Journalismus sollte auch in Medienunternehmen querfinanziert werden und nicht abgestoßen werden, wenn der „Geschäftsbereich“ rote Zahlen schreibt.
[20] Journalisten, die über Journalisten schreiben, sind…
so Leute wie ich.
[21] Was ist die größte Herausforderung für den Journalismus?
Dem Leser/Zuhörer/Zuschauer etwas zu sagen, dass er nicht hören will und zwar so, dass er es sich doch anhört und darüber nachdenkt.
[22] Wie sieht der Journalismus 2030 aus?
Das kann niemand seriös vorhersehen. Mein Tipp wäre, dass er stärker gelöst sein wird von klassischen Medienunternehmen und auch in Kleinfirmen und Nicht-Medienfirmen anzutreffen sein wird; Dass er meinungs- und interessengelenkter ist, was durch eine größere Pluralität ausgeglichen wird.
[23] Journalisten können/sollen/müssen…
können
oft mehr als sie
sollen
und
müssen
dann sehen, wie sie damit klarkommen.
[24] Journalisten ohne Blog…
darf es geben. Finde ich nicht verwerflich.
[25] Würden Sie sich heute nochmal für diesen Beruf entscheiden?
Ja. Aber ich würde ihn nicht weiter empfehlen. Zumindest niemanden, der nicht finanziell abgesichert ist,
Ach, noch etwas:
Journalisten sollten nicht nur tun, was ihr Unternehmen sagt, sondern nebenher eigene Projekte starten und ausprobieren. In diesem Sinne sei Elbmelancholie.de empfohlen, das Hamburger Lokal-Magazin an dem ich beteiligt bin.

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